Der Förderverein Haus Haan wurde am 21.10.2024 gegründet und ist seit dem 12.11.2024 im Vereinsregister des Amtsgerichts Kleve eingetragen. Seither trägt er offiziell den Zusatz „e.V.“. Seit dem 27.11.2024 ist der Verein zudem vom zuständigen Finanzamt Kleve als gemeinnützig anerkannt. Somit kann Förderern und Sponsoren für Geld- und Sachzuwendungen eine steuerabzugsfähige Zuwendungsbescheinigung („Spendenquittung“) ausgestellt werden.

Jeder, der Interesse an der Erhaltung und Unterstützung dieses außergewöhnlichen Baudenkmals aus der Epoche Neues Bauen hat ist herzlich ein geladen Mitglied im Förderverein Haus Haan e.V. zu werden.

Alle Mitglieder sollen zukünftig mittels Newsletter über die Sanierungsfortschritte, neue Rechercheerkenntnisse und natürlich über Veranstaltungen informiert werden.

Zudem erhalten Mitglieder des Förderverein Haus Haan e.V. zukünftig Zugriff auf exklusive Bereiche dieser Webseite, auf denen weitere Details, so zum Beispiel die interaktiven digitalen Zwillinge (3-D-Scans des Hauses) und detaillierte Bauunterlagen, zu finden sein werden.

Weitere Informationen inkl. Anmeldung bzw. Satzung und viele weitere Bilder gibt es hier:

 Förderverein Haus Haan

 

Haus Haan erwacht aus Denkmalschlaf

Viele Jahre war es hinter wild wucherndem Efeu kaum mehr zu sehen, inzwischen zieht das Bauhaus-Denkmal „Haus Haan“ in Grieth wieder die Blicke auf sich. Wie es um die Sanierung steht und wann man sich vor Ort umsehen kann.

Von außen wieder prächtig anzusehen: Das Haus Haan am Griether Rheindamm. Die neuen Fenster sind schon drin. Zu besonderen Daten ist eine Besichtigung möglich.

Foto: Anja Settnik

 

Kalkar-Grieth Seit Lutz Kühnen die Immobilie 2023 erwarb, arbeitet er intensiv daran, sie aus ihrem Denkmalschlaf zu wecken. Ein Stück „Neues Bauen“, mancher ordnet das Gebäude auch konkret in die Bauhaus-Architektur ein, steht da seit fast 100 Jahren am Griether Rheindeich, einst von einem wohlhabenden Ölmühlenbesitzer erbaut. Der Kaufmann Ludwig Haan und seine Ehefrau Margarete lebten dort zusammen mehr als 30 Jahre lang, die Ehefrau nach dem Tod ihres Mannes 30 weitere Jahre. Die Erben vermieteten das Haus zunehmend glücklos, bis es total verkommen war. Einige Jahre stand es leer, bis der heutige Eigentümer es kaufen konnte und mit dem Entrümpeln begann. Seitdem ist viel passiert, und nun ist das strahlend weiße Haus zumindest von außen wieder ein Schmuckstück .

Kühnens Ziel und Anspruch von Beginn an: dem Denkmal durch authentische Wiederherstellung zu neuem Glanz zu verhelfen. Dabei ist Kühnen darauf bedacht, möglichst nur passende Materialien und Handwerkstechniken zu verwenden. Natürlich gepaart mit einigen Kompromissen an Vernunft und Bewohnbarkeit. Denn in Zukunft soll es ja im Winter wieder warm werden in dem Haus, Böden und Wände müssen trocken bleiben. Deshalb fing Kühnen wie jeder kluge Bauherr mit der Dachsanierung an, die Fundamente wurden frei gelegt und getrocknet, dann erst ging es an die Fassade. Kühnen hat viele Handwerksbetriebe gefunden, die seine Vorstellungen ernst nahmen, selten Geübtes angingen und gute Preise machten. In seinem digitalen Bautagebuch kommen sie alle namentlich zu Ehren.

Ein Baufortschritt ist nun auch von außen für jedermann sichtbar: Haus Haan hat neue Fenster bekommen. Das war alles andere als einfach, denn das Denkmal verfügt über runde Erker, ein Bullauge, ungewöhnliche Fensterformate. Und Kühnen wollte unbedingt auch die Rahmen im richtigen Farbton gestalten. „Von den alten Rahmen haben wir Schicht für Schicht die Farbe abgekratzt und die unterste Schicht mit dem Elektronenmikroskop untersucht. Dabei kam heraus, dass die Fensterrahmen ursprünglich pastellgrün waren und von innen weiß.“ So sehen nun auch die neuen Holzfenster aus – und sie sind natürlich dicht und energetisch auf dem neuesten Stand.

Damit das komplett entkernte Gebäude für die Zukunft fit wird, wurden auch die Wände mit einer mineralischen Dämmung zwischen den Mauerschichten versehen, schließlich kam für das Denkmal keine Außendämmung infrage. Und es gibt eine Sole-Wasser-Wärmpumpe, für die zwei 100 Meter tiefe Brunnen auf dem Grundstück gebohrt wurden. Die Wärme wird nicht aus Heizkörpern kommen, sondern aus einer aufwendigen Wandheizung, deren Leitungen flächendeckend dicht an dicht über die Wände gelegt sind. Das ursprüngliche Fischgrät-Parkett wurde aufgearbeitet; die alte Eiche hat Vogelkot, Hundeausscheidungen und Wasser größtenteils überlebt.

Am Tag des offenen Denkmals, in diesem Jahr Sonntag, der 13. September, wird Haus Haan geöffnet sein und zur Besichtigung freigegeben. Dann können Interessierte nicht nur von außen schauen, sondern sich auch im Inneren umsehen. Das Treppenhaus mit dem geschwungenen Geländer, das Damen- und das Herrenzimmer mit Blick auf den Rhein und die vorgelagerten Wiesen, die geräumige und beheizte Tiefgarage (von 1931), in der eines von fünf Autos stand, die in Grieth damals herum fuhren, wie Kühnen anmerkt. In der Küche werden demnächst wieder einige passende Accessoires und Geräte zu sehen sein – man hatte schon einen E-Herd – es gab ein Gäste-WC mit Fenster und eine Zentralheizung. Ein mächtiger eiserner Heizkörper, der wieder an seinen Platz gestellt wird, braucht nur noch attraktiv zu sein, einen anderen Zweck hat er nicht mehr.

Schon bald wird auch der Vorgarten mit etwas Rasen und den passenden Pflanzen gestaltet, und eines Tages ist das für den Niederrhein ungewöhnliche Gebäude dann fertig. Was dann damit geschieht, ist noch nicht sicher, Ausstellungen oder eine Art kleines Museum fände Kühnen schön, auch eine Gastronomie wäre denkbar. Wer übrigens am Tag des offenen Denkmals keine Zeit hat: Beim Kalkarer „Kulturpfad“ am 26./27. September ist Haus Haan auch dabei.